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 Stand 2017

Die KULTURPRODUKTION


entspringt der Initiative einiger Musiker, das Live-Geschehen unserer Region zu beleben und damit an der allgemeinen Musik-Marktsituation, hier im südosten Brandenburgs zu arbeiten. 2010 formulierten wir gemeinsame Ziele, motiviert aus der Verantwortung gegenüber unserer Gesellschaft, unserem Handwerk, uns selbst und unseren Kindern, deren Lebensbedingungen wir jetzt gestalten.

Wegen eines kranken Finanzsystems, einer fragwürdigen allumfassenden Umverteilung und dadurch jahrelanger kontinuierlicher Einsparungen, natürlich auch im kulturellen Sektor, haben sich im öffentlichen Bereich immer billigere Veranstaltungen durchgesetzt. Das wirkt sich verheerend auf die gesamte Veranstaltungsbranche aus, die als ein wichtiger Impulsgeber innerhalb der Kreativwirtschaft nicht nur über schlechte Bedingungen und Budgets, sondern immer deutlicher auch über ausbleibenden Nachwuchs sowohl bei Künstlern als auch Fachkräften klagt.

Die Schaffensgrundlage der freien bildenden und darstellenden Künstler kann gleichzeitig allein über den freien Kunstmarkt schon längst nicht mehr erwirtschaftet werden. Künstler in öffentlichen Institutionen klagen über schwindendes Interesse des Publikums und innerhalb der Produktion eine Verschiebung weg von der Bedeutung hin zur Verwaltung.


Freie Engagements bleiben aus, ganze Sparten der Kunst sind schon lange aus unserem Stadtbild verschwunden, für die Jugend nicht mehr greifbar und das kulturelle Fundament der Gesellschaft wird immer schmalbandiger. Die Einbeziehung oder Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten regionaler Künstler findet schlichtweg nicht statt. Doch auch in vielen anderen Lebensbereichen haben sich drastische Veränderungen eingeschlichen.

Angst und Mangel bringen einen immer dichter werdenden Schleier in unser Zusammenleben, Desolation, soziale Instabilität, unklare Versorgungsketten, die Furcht vor der fremden Identität und der Mangel an einer eigenen sind das Ergebnis eines an vielen Stellen erkrankten und von uns allen erschaffenen und getragenen Systems, dessen kultureller Anspruch und der damit verbundene Auftrag an die Künstler beinahe verschwunden ist.

 

Speziell in unserer Gegend brachte der Bergbau einen zusätzlichen Wandel mit sich, der einem kulturhistorischen Abriss gleich kommt. Die slawische Urbevölkerung wich der Industrialisierung, mit der DDR verschwanden endgültig die natürlich gewachsenen Bräuche und Strukturen. Es entstand eine neue Kultur, die sich mit der Wende zwischen Heimatlosigkeit und Mangel an Zukunft weiter entwickelt hat und bis heute nach einem eigenständigen Ideal sucht.

Kulturhäuser sind Möbelhäuser, Theater, Ateliers und Galerien können Ihren gesellschaftlichen Auftrag, eben wegen des permanenten finanziellen Notstandes nicht mehr sichern, werden gekürzt oder geschlossen, der mehrheitliche Anspruch an die Güte der Unterhaltung ist beängstigend und das breite Publikum in Geschmack und Kritik bereits nahezu gleichgeschalten.

All das führt zum Rückgang der Vielfältigkeit, der Entwicklungsfreude und auch der Produktivität einer immer zielloseren Gesellschaft, deren fehlende Geselligkeit im großen Ganzen und auch zum weiteren Abwandern der wenigen jungen Akteure und Fachkräfte unserer Region führt, die sich attraktivere Gegenden aussuchen, um sich einzubringen. Das Gewicht und die vielen Chancen, die eine starke Kreativwirtschaft für einen Landstrich in sich bergen, finden im Schatten großangelegter Tourismusprojekte leider kaum Beachtung.

Wir denken, dass kulturelle Teilhabe ein wichtiges Element im gesellschaftlichen Gefüge ist und erzielen mit der Umsetzung unserer Projekte einen konkreten Gegenentwurf zum aktuellen Wirtschaftswahnsinn.

Unsere Vorhaben sollen der Beginn einer langen Wertschöpfungskette sein, die nicht nur viele Menschen verbindet, wertvolle Lebensinhalte bietet und bleibende Erinnerungen hervorruft sondern auch unsere Kollegen in Lohn und Brot stellt. Für viele Künstler, Techniker und Organisatoren sind die widrigen Arbeitsbedingungen innerhalb der Kreativbranche meist nur mit großem Enthusiasmus und der Liebe am Handwerk zu meistern. Die naturgegebene Individualität kreativer Akteure verhindert oft den regen Austausch im Hinblick auf Zielstellung, Arbeitsbedingungen und Ressourcen. Selbst innerhalb funktionierender Institutionen herrscht eher die Ellbogenpolitik, als ein konstruktives Miteinander. Gemäß den allgemeinen Vorbildern finden sich auch im kleinen, zwischen Vereinen, Dörfern, Städten und Kommunen nur selten Strukturen, die sich mit gemeinsamen Impuls- oder Wertschöpfungsketten auseinandersetzen.

Das Ziel unseres sozialen Unternehmens ist daher die Rahmengestaltung für einen dringend benötigten Energiefluss zwischen Künstler und Publikum, Werbung und Bühne. Genau da, wo lange Zeit mehrheitlich an das Wirtschaften, den Profit und die Vorteile einiger Weniger gedacht wurde. Darum fördern wir gezielt originale, handgemachte und regionale Musik und leisten damit einen Beitrag zur kulturellen Genesung unseres Wirkungskreises. Die Gewinne unseres Handelns fließen in neue Veranstaltungen, die wir größtenteils auf Spendenbasis abhalten, um sie für jedermann zugänglich zu machen.

Wir begreifen die kulturelle Bildung und Teilhabe als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, fördern daher gezielt die Vernetzung von Kindern und Jugendlichen mit professionellen Akteuren. 

 

 


 

Weitere  Ansätze finden sich im Abschlussbericht der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland". Nicht zuletzt sind es hunderte konkrete Handlungsempfehlungen, die wir für  absolut lesenswert und praktikabel erachten, die uns immer wieder neu zum Handeln anregen und dabei helfen, den Fokus nicht zu verlieren.

Wer will kann sich hier ein Original herunterladen.

 


 

März 2020

Aufruf #kulturrevolutionjetzt


 

Mai 2020

Schlusswort zum Kulturstream Studio Hörlitz


 

November 2020 

Wie wollen wir leben - hinter den Kulissen?


 

Wie wollen wir leben?

 

Solange berechtigte Zweifel am Narrativ des Klimawandels bestehen, haben wir zumindest jetzt noch die Gelegenheit, uns ganz zwanglos mit dieser Frage zu beschäftigen. Und hoffentlich bleibt das auch noch eine Weile so, denn gemessen am Umgang miteinander und unserer Erde, könnte sich das schon in naher Zukunft ändern. Wo können wir leben, wie gut oder wovon? Reden wir bald sogar vom Überleben? Nun, keine Panik. Angst hat uns hier her geführt und ist für die Zukunft kein guter Berater. Aber ein ernstes Wort ist auf jeden Fall angebracht, schon lange.

 

Ich erhebe keinen Anspruch auf Recht oder Vollständigkeit und bin ganz sicher nicht der Erfinder aller Gedanken aber bis hier her teile ich sie als Kern meiner Anschauung und aus zweierlei Hoffnung. Nämlich dass sie zur Heilung unserer Gesellschaft irgendetwas beitragen können und dass sie mir auch selbst dabei helfen, den Faden der Erkenntnis und den Glauben in die Menschheit nicht zu verlieren.

 

Manch einem wird Vieles wie selbstverständlich erscheinen, hoffentlich aber nicht überflüssig zu erwähnen, denn das Gegenteil ist der Fall. Einige Dinge kann man nicht oft genug ansprechen, schon sich selbst gegenüber aber auch um die dringend nötigen Debatten anzuregen. Ich glaube an den Prozess, die Diskussionskultur und das Gewicht des Arguments, nicht an die Mehrheit, Bequemheit oder Gewohnheit einer Aussage. Und sicher fordere ich dabei auch die Zweifler und notorischen Rechthaber heraus, die auf neue Ideen reagieren wie getroffene Hunde. In Anbetracht der gesellschaftlichen Schieflage schreibe ich aber auch als Ruf an jene Politiker, Verwalter und Gestalter, die behaupten es gäbe keine Alternativen und entweder am irdischen Leben gar nicht mehr teilnehmen oder einer orchestrierten Betriebsblindheit zum Opfer gefallen sind. An Manager, die ihre Probleme lieben wie sich selbst oder manchmal sogar mehr. An Lehrer und Ausbilder, die ihre Schützlinge gar nicht mehr auf die Bedingungen der Zukunft vorbereiten und jeden anderen, der vorsätzlich oder unwissentlich Gefahr läuft, im pisswarmen Wasser der Neutralität zu ertrinken. Die gesamte Menschheitsfamilie steckt nicht rein zufällig in einer Krise, doch wollen wir so weiter leben? Ich glaube die klare Antwort ist offenkundig und eint uns bereits, NEIN das wollen wir nicht!

 

Umwoben von Glasfaser-, Erdgas- und Ölleitungen umspannt ein Netz den Erdball. Tausende Satelliten schlängeln sich irgendwie durch den Weltraumschrott, so zeigt sich die Erde von ganz oben. Wo es dunkle Nacht sein sollte, leuchtet sie künstlich und wo die Sonne scheinen sollte, sperren Partikel das Licht. Die Erdkruste ist tausendfach angebohrt und ergießt sich Gallone für Gallone in die Taschen internationaler Gespenster, während die Reste ihrer Industrie wiederum zu unverdaulichem Mikromüll werden und sich in den Äckern und Ozeanen rund um den Globus anfinden. Die Fackeln dieser Bohrinseln brennen ständig, wie ein Meer aus unendlichen Kerzen. Beinahe romantisch, stünden sie nicht gleichzeitig als Siegesfeuer eines internationalen Mollochs aus Beschaffung, Verschwendung, Finanzierung, Logistik, Täuschung und Macht. Ein Wahnsinn, der uns in unzählige verdeckte und illegale Reccourcenkriege geführt hat und aller Innovationen zum Trotz als alternativlosestes Geschäft der Erde gilt.

 

Die Konsequenzen des Raubtierkapitalismus kann man inzwischen überall erkennen, in Schlagzeilen und Statistiken aber auch in regionaler Ellbogenpolitik. Die kleinsten Reizungen rufen mitunter gewaltige Reaktionen hervor, sowohl im privaten, als auch im Geschäftskreis. Als hätte die Gesellschaft ihren schützenden Schmelz verloren kann man es kaum noch einem recht machen, sich selbst mitunter eingeschlossen. In öffentlichen Strukturen und Unternehmen aber inzwischen auch in Verbänden und Vereinen herrscht ein salziges Klima der Missgunst. Muss das so sein? Und was hat das eine mit dem anderen - und zu guter letzt mit mir selbst zu tun? Ja, es scheint naiv und im Angesicht der globalen Verstrickungen sogar ein bisschen aussichtslos und doch will ich behaupten, dass es durchaus Sinn macht, sich genau diese Fragen ohne Erbarmen und immer wieder zu stellen. Wie wollen wir leben? Schluss damit, nur einseitig auf die Probleme und ihre Problematiker zu hören. Es gilt die Entwürfe und Lösungen aus den Schubfächern und von ihrem Staub zu befreien, sie zu diskutieren und sie einfach auszuprobieren. Wie heißt es so schön, wer etwas will findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

 

Doch auch an selbstkritischeren Fragen kommen wir dabei nicht vorbei, wie leben wir denn jetzt und die letzten hundert oder zweihundert Jahre? Was von dem ist veränderungswürdig, was hat Bestand? Sicher vieles auf beiden Seiten, doch so paradox es scheint, in der Unterschiedlichkeit und Ausgewogenheit liegt die Kraft und die Chance. Doch es kostet oft sehr viel mehr Kraft zu Differenzieren, als zu vereinheitlichen. Und darum geht es, die Lösungen müssen genauso individuell sein, wie die Probleme selbst und zuletzt auch wie ihre Problematiker, unterm Strich wir alle.

 

Ja wir teilen uns sehr viel, zuletzt sogar die große Ungewissheit. Denn es gibt ja eh kein Versprechen auf ein Morgen, nicht von einem Wissenschaftler und auch von keinem Politiker. Eine Garantie auf die Zukunft gibt es nicht, wohl aber die Idee, den Glauben und die Hoffnung.


 

Dezember 2020

Wie wollen wir leben? - Ein kommunaler Entwurf 

- ohne den Wahnsinn, würde ich weiter mein Liedchen singen -


 

Es gibt keinen PLANet B